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Lotsenhaus - Haus gegen Grenzverletzungen

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Und so geht`s weiter

Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen...

Philipp: „Ich kapier das immer noch nicht, was passiert ist. Sandra und ich sind seit 2 Monaten zusammen und weil wir bisher noch nicht zusammen geschlafen hatten, habe ich ihr sehr unmissverständlich klar gemacht, dass ist sie sehr attraktiv finde und endlich Sex mit ihr haben möchte. Wir waren zu einer Party verabredet und als sie mit diesem sexy kurz geschnittenen Kleid ankam, dachte ich, vielleicht ist das ihre Art zu sagen, dass sie jetzt soweit ist. Auf der Party haben wir ein paar Bier getrunken und sie wurde schläfrig und kuschelig. Als sie sagte, dass sie gehen wollte um sich hinzulegen und mit mir zu kuscheln – was sollte ich da denken? Natürlich dachte ich, sie wollte Sex. Zugegeben, sie murrte ein bisschen, als ich begann, sie auszuziehen, aber es kam mir so vor, als ob sie nur überredet werden wollte. Viele Frauen finden es ein bisschen komisch, richtig ranzugehen, und wollen, dass Männer die Verantwortung für den Sex übernehmen. Ich weiß nicht. Wir hatten Sex und es war schön. Ich brachte sie von der Party nach Hause und dachte, alles wäre okay. Aber seitdem lehnt sie es ab, mit mir zu reden oder auszugehen. Ich dachte, sie mag mich wirklich. Was ist passiert?"

Sandra: „So lange ich lebe, werde ich diese Nacht nicht vergessen. Philipp und ich sind seit einiger Zeit zusammen und ich hab mich bisher bei ihm immer sicher gefühlt. Wir haben uns schon geküsst und geschmust und ich hab ihm vertraut, dass er mein Tempo beim Sex respektiert. Am Abend auf der Party trug ich dieses tolle Kleid, das ich mir von meiner Freundin geliehen hatte. Es war ein bisschen anders als das, was ich sonst so anziehe, aber ich hab mich darin unheimlich sexy gefühlt. Auf der Party habe ich ein paar Bier getrunken, die mich richtig müde machten, so dass ich mich etwas hinlegen wollte. Vielleicht hätte ich nicht vorschlagen sollen, sich gemeinsam hinzulegen, aber ich fand es einfach blöd, allein nach oben zu gehen und Philipp alleine zu lassen. Gegen eine Schmuserunde hätte ich auch gar nichts einzuwenden gehabt...Das nächste, was ich noch weiß, war, dass Philipp über mir war und mich zwang, Sex mit ihm zu haben. Es war schrecklich. Ich wollte nicht schreien, um mich nicht vor den anderen im Nachbarzimmer lächerlich zu machen. Ich habe versucht, mich zu wehren, aber er war zu stark. Unnötig zu sagen, dass ich Philipp nie wieder sehen will. Er schien ein so netter Kerl zu sein. Was ist passiert?" (nach Friedmann)

    Was lief schlecht? Was könnte besser laufen? So extrem unterschiedlich erlebten die beiden ihre Beziehung im Verlauf des Abends. Philipp und Sandra hatten zwar in ihren Köpfen ganz viele Vermutungen, was der andere will, haben sich aber nicht getraut, ihre eigenen Wünsche und Befürchtungen auszusprechen. Sandra hätte Philipp sagen können, dass sie schmusen will und mehr nicht. Oder Philipp hätte sie beim Ausziehen fragen können, was ihr Murren bedeutet. Vielleicht wäre ein verschmuster Abend dabei rausgekommen, der beiden gut gefallen hätte. Und Philipp hätte zu einem anderen Zeitpunkt Sandra wieder fragen können, ob sie jetzt Lust hätte, mit ihm zu schlafen.... Vielleicht ermutigt euch die Geschichte, dass ihr in euren Beziehungen mehr miteinander redet und euch mitteilt, was ihr mögt. Wenn ihr aufmerksam seid für die Gefühle des anderen, kriegt ihr auch mit, wenn ihr gerade auf zwei verschiedenen Gleisen unterwegs seid und könnt euch wieder auf ein gemeinsames Gleis begeben. Das fühlt sich einfach besser an!