Newsletter Help-Line Feedback Foren Anmeldung
YoungAvenue.de Mitsurfen.Mitreden.

Infobus zur sexuellen Gewalt

Infos für Betroffene
Allgemeine Infos
Gefühle Betroffener
Sexualität und Sexuelle Gewalt
Was kann ich tun?
Hilfe
Hilfe für Betroffene
Hilfe für Geschwister
Hilfe für Freunde
Helpline
Medezinische Infos
Ängste
Ist alles in Ordnung?
Arzt oder Ärztin?
Die Untersuchung
Rechtliche Hintergründe
Die Sexualstraftaten
Die Anzeige
Das Strafverfahren
Das Zivilverfahren

HomepageInfobusRechtliche Hintergründe

Das Strafverfahren

Als Opfer kannst du auch Nebenkläger sein.

Im Strafprozess wird zunächst festgestellt, ob der Täter/ die Täterin die Tat begangen hat und anschließend kann er/sie zu einer Strafe verurteilt werden. Der Richter muss im Verfahren von der Unschuld des Täters ausgehen und darf ihn nur verurteilen, wenn sich im Prozess die Schuld nachweisen lässt. Für den Richter ist das Opfer dabei ein wichtiger und manchmal auch der einzige Zeuge. Zeugen sind verpflichtet, vor Gericht zu erscheinen und dort wahrheitsgemäß auszusagen. Wenn du ein Aussageverweigerungsrecht hast, weist dich der Richter darauf hin. Auch wenn du bereits alles bei der Polizei geschildert hast, bist du verpflichtet, vor Gericht noch einmal auszusagen. Manchmal wird ein Zeugenglaubwürdigkeitsgutachten beantragt, dann muss ein/e GutachterIn klären, ob die Aussage des Opfers glaubwürdig ist.

Ein wichtiger Beweis sind auch ärztliche Gutachten, deshalb sollte man sich möglichst bald nach der Tat von einem Arzt untersuchen lassen.

Opfer sind aber nicht nur Zeugen sondern haben auch eigene Rechte im Strafverfahren. Ein besonders wichtiges Recht ist die Möglichkeit, NebenklägerIn zu sein.

Verfahren wegen Sexualstraftaten sind oftmals nicht öffentlich. Im Gerichtssaal befinden sich also nur der Richter, der Staatsanwalt, der Verteidiger und der angeklagte Täter. Bei minderjährigen Tätern ist noch die Jugendgerichtshilfe anwesend.

Ein Strafverfahren kann auf verschiedene Weisen enden. Ist die Schuld bewiesen, wird der Täter verurteilt, ansonsten muss er freigesprochen werden. Ist der Richter der Ansicht, dass es sich um eine geringfügige Tat handelt, dann kann er das Verfahren auch einstellen. Als Opfer und Zeuge wirst du nicht automatisch über den Ausgang des Verfahrens informiert. Du kannst aber beantragen, darüber informiert zu werden.

Viele Informationen über das Strafverfahren, die Zeugenaussage und die Nebenklage enthält auch die „Opferfibel“ die kostenlos beim Bundesjustizministerium unter www.bmj.de in der Rubrik Veröffentlichungen, Nr. 7-12 (eine Seite vorblättern) bestellt werden kann.