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Die Anzeige

Die Chancen und Risiken einer Anzeige abzuwägen ist wichtig.

Eine Anzeige kann jede/r bei Polizei, Staatsanwaltschaft (StA) oder beim Amtsgericht erstatten, indem er/sie schriftlich, persönlich oder telefonisch genau schildert, was geschehen ist. Es ist grundsätzlich niemand verpflichtet, begangene Straftaten anzuzeigen. Nach einer Anzeige sind Polizei und StA, weil es sich bei Sexualstraftaten um schwere Delikte handelt, verpflichtet, zu ermitteln, ob eine Straftat vorliegt. Eine einmal erstattete Anzeige kann nicht mehr zurückgenommen und das Ermittlungs- oder spätere Strafverfahren darf selbst auf Wunsch des Opfers nicht beendet werden. Deshalb solltest du dir diesen Schritt vorher gut überlegen und dich über den weiteren Ablauf informieren. In einer Beratungsstelle kannst du gemeinsam mit einer/m BeraterIn klären, was für dich der beste Weg ist.

Eine wichtige Rolle im Ermittlungsverfahren spielt die Befragung des Opfers. Auch wenn du in einer schriftlichen Anzeige alles geschildert hast, wirst du noch einmal befragt werden, damit ein ausführliches Vernehmungsprotokoll angefertigt werden kann. Die Polizei sorgt meist dafür, dass speziell ausgebildete PolizistInnen, die das gleiche Geschlecht wie du haben, dich befragen. Zur Befragung kannst du eine Vertrauensperson mitnehmen. Wird ein Haftbefehl gegen den Täter erlassen, kommt er schon während des Ermittlungsverfahrens in Untersuchungshaft.

Eine Anzeige sollte möglichst schnell nach der Tat gemacht werden, damit Spuren noch gesichert werden können. Zudem sollte ein Strafantrag gestellt werden, damit die Tat nicht verjährt. Ist das Ermittlungsverfahren beendet und besteht der Verdacht einer Straftat, dann erhebt die StA Anklage gegen den Täter. Bis das Gerichtsverfahren beginnt können allerdings mehrere Monate vergehen. Wird keine Anklage erhoben sondern das Verfahren eingestellt, dann hast Du die Möglichkeit ein sogenanntes Klageerzwingungsverfahren einzuleiten.

Beim Bundesministerium der Justiz kannst du unter www.bmj.de in der Rubrik Veröffentlichungen, Nr. 7-12 (eine Seite vorblättern) kostenlos die „Opferfibel“ bestellen. Diese Broschüre informiert dich ausführlich über deine Rechte und Möglichkeiten und die verschiedenen Gerichtsverfahren.